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Weiterer Erfolg im internationalen Kampf gegen Polio

Der zweite von insgesamt drei Polio-Virus-Wildtypen ist ausgelöscht. Das erklärte die Weltgesundheitsorganisation WHO offiziell zum Welt-Polio-Tag am 24. Oktober. Seit Start der Bemühungen zur Ausrottung von Polio im Jahr 1988 gingen die Erkrankungen um 99 Prozent zurück. 18 Millionen Menschen können laut WHO heute laufen, die sonst gelähmt wären.

Ursprünglich sollte Polio 2016 weltweit ausgerottet sein. Das gelang aber nur mit einem der drei Virustypen, die wild zirkulieren. 1999 wurde der letzte Patient mit Typ 2 in Indien registriert – seit 2015 gilt dieser als ausgerottet. Die Ausrottung eines zweiten Typs wurde nun zum Welt-Polio-Tag Ende Oktober bekannt gegeben: Eine unabhängige Expertenkommission der WHO erklärte Typ 3 für weltweit ausgelöscht. Der letzte Fall war 2012 in Nigeria aufgetreten. Damit gibt es nur noch den Polio-Wildvirus-Typ 1, der bisher noch in Pakistan und Afghanistan vorkommt. 2018 wurden dort 33 Erkrankungen mit den Erregern registriert.

Die WHO zeigt sich optimistisch, dass es gelingen wird, Polio komplett auszurotten. „Wir haben dazu gute Nachrichten aus Afrika”, sagt Professor David Salisbury, Vorsitzender der WHO-Zertifizierungskommissionen für die Eradikation der Poliomyelitis. Seit 2016 scheine der Kontinent frei von allen wilden Polioviren zu sein – „eine gewaltige Leistung.“1

Engagement der internationalen Gemeinschaft für eine poliofreie Welt

Die Ausrottung von Typ 3 beweist laut WHO, „dass eine poliofreie Welt möglich ist.” Schlüssel zum Erfolg werde das anhaltende Engagement der internationalen Entwicklungsgemeinschaft sein. Auch das „Reaching the Last Mile Forum” im November 2019 widme sich deshalb im Rahmen der Weltgesundheitswoche in Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate, der Ausrottung der tödlichsten Krankheiten weltweit.

Dass sich Investitionen in die Ausrottung von Polio lohnen, zeigt sich laut WHO in einer Untersuchung der Global Polio Eradication Initiative (GPEI), einer globalen Initiative aus nationalen Regierungen gemeinsam mit unter anderem der WHO, dem Rotary International Netzwerk, den US Centers for Disease Control and Prevention, UNICEF und der Bill & Melinda Gates Foundation. Die Bemühungen zur Ausrottung von Polio haben der Welt seit 1988 demnach mehr als 27 Milliarden US-Dollar an Gesundheitskosten erspart. Eine nachhaltig poliofreie Welt werde bis 2050 weitere 14 Milliarden US-Dollar an Einsparungen bringen – verglichen mit den Kosten, die Ländern für die unbefristete Kontrolle des Virus entstehen würden.

Polio-Impfungen weiterhin extrem wichtig

Ohne hohe Impfraten bestehe aber die Gefahr, dass sich die Wildviren wieder ausbreiten, warnt die WHO. Ungeimpfte können sich zudem mit rückmutierten Viren aus dem Polio-Lebendimpfstoff anstecken. Nach Angaben von UNICEF müssen jedes Jahr allein 450 Millionen Kinder in Risiko-Ländern gegen Polio immunisiert werden. Das gelinge oft nicht, weil es zu viel Armut, mangelnde Strukturen im Gesundheitswesen und eine unzureichende Sicherheitslage gebe. Das Kinderhilfswerk beschafft nach eigenen Angaben jedes Jahr eine Milliarde Impfdosen für die Mehrfach-Immunisierung und damit die Hälfte des weltweiten Bedarfs.

Bis heute ist Kinderlähmung nicht heilbar. Wer eine Infektion überlebt, hat häufig Lähmungen an Armen oder Beinen. Im Alter können sich die Symptome durch die Muskelermüdung wieder verstärken. Seit 2002 gilt ganz Europa als frei von wild zirkulierenden Polio-Viren. Doch es lässt sich nicht ausschließen, dass die Infektion aus anderen Ländern wieder eingeschleppt werden kann.

Weitere Informationen:

  1. Two out of three wild poliovirus strains eradicated, WHO
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