News

Schüler entdeckt Brombeer-Antibiotikum gegen multiresistente Erreger

Die Zahl der Infektionen durch multiresistente Erreger in Krankenhäusern nimmt zu. Forscher suchen deshalb fieberhaft nach neuen Antibiotika, die gegen die resistenten Keime wirken. Auch der 15-jährige Schüler Simon Meehan suchte danach, und fand es in der Brombeerpflanze.

Der Jungforscher Simon Meehan konnte sein Glück kaum fassen. Der 15-jährige Ire untersuchte die antimikrobiellen Wirkungen ausgewählter Pflanzen gegen den multiresistenten Keim Staphylococcus. Auf der 54. „BT Young Scientist & Technology Exhibition 2018“ stellte er in Dublin seinen Forschungserfolg vor: einen Extrakt aus der Brombeerpflanze. Er wirkt als natürliches Antibiotikum gegen MRSA* (Methicillin resistenter Staphylococcus aureus). Für die Entdeckung des Brombeer-Antibiotikums gewann Meehan den „BT Young Scientist Prize“.

Kombination aus botanischem Wissen und analytischer Chemie

Für sein Projekt „Investigation into the Antimicrobial effects of both aerial and root parts of selected plants against Staphylococcus“ („Untersuchung der antimikrobiellen Wirkungen sowohl von Luft- als auch von Wurzelteilen ausgewählter Pflanzen gegen Staphylococcus”) testete Simon Meehan in seinem Garten wachsende Pflanzen, darunter Nesseln, Spargel und Brombeeren. Das Ziel: antibakterielle Stoffe in Nutzpflanzen finden. Meehan kombinierte botanisches Wissen mit Mikrobiologie und analytischer Chemie. So fand er heraus, dass bestimmte Inhaltsstoffe der Brombeerpflanze die Fähigkeit besitzen, antibiotisch gegen MRSA zu wirken. Die Infektionsgefahr von MRSA ist vor allem im klinischen Bereich sehr hoch. Die zunehmende Multiresistenz gegen Antibiotika-Behandlungen stellt eine Gefahr für den Menschen dar.

Meehan analysierte das Extrakt aus Stängel, Blattwerk und Wurzeln auf ihre antibiotische Wirkung – und erhielt ein positives Ergebnis. Die Blätter der Brombeere enthalten einen antimikrobiellen Stoff, der das Wachstum des Bakteriums Staphylococcus aureus unterdrückt.

Die Verwendung natürlich wachsender Pflanzen bietet die Möglichkeit, schädliche Bakterien mit einem non-toxischen und organischen Wirkstoff zu bekämpfen. Aus seinem Projekt möchte Meehan jedoch keinen wirtschaftlichen Nutzen ziehen: „Dieses Projekt ist eine Lebensaufgabe, aber kein Geldspender. Es ist Wissenschaft für die Wissenschaft“, sagte er in einem Interview. „Die Erkenntnis dient nicht meinem eigenen Vorteil, sondern dem Planeten, auf dem wir leben.“ Seine innovative Entdeckung widmete der Schüler seinem Großvater, einem Pflanzenkenner und Naturkundelehrer. Jetzt liegt es an der Forschungsgemeinschaft herauszufinden, wie und ob man das pflanzliche Antibiotikum zu Gunsten des Menschen nutzen kann.



*kommerzieller Produkthinweis



Fragen Sie unser Team
ask
Melden Sie sich für unseren Newsletter an
Melden Sie sich für unseren Newsletter an.

Newsletter

Melden Sie sich für unseren Newsletter an.