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OP-Barometer 2017: Pflegekräfte sind unzufrieden

Personalknappheit und schlechte Organisation belasten die Pflegeteams in den Operationssälen deutscher Kliniken. Doch es gibt auch positive Entwicklungen. So haben zum Beispiel viele Häuser im Vergleich zum Vorjahr ihre Organisationsabläufe optimiert und Hygienemängel beseitigt.

Fehlendes Personal und eine oft mangelhafte Organisationsstruktur ist ein Problem in deutschen Operationssälen. Das zeigt das „OP-Barometer 2017“, das die Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) alle zwei Jahre erarbeitet. Prof. Thomas Busse, Direktor des Zentrums für Gesundheitswirtschaft und -recht (ZGWR) der UAS, hat dafür rund 1950 Pflegekräfte in Operationssälen und Anästhesie befragt.

Etwa die Hälfte der Befragten gab an, dass aus ihrer Sicht ihre Patienten in den letzten zwei Jahren zunehmend gefährdet gewesen seien. An dieser Ansicht hat sich seit dem Jahr 2015 kaum etwas verbessert – damals dachten das 48 Prozent der Befragten. Busse, der die Studie zum sechsten Mal durchgeführt hat, sieht dafür unter anderem folgenden Grund: Nur etwa 28 Prozent der Befragten empfinden, dass ihre Einrichtung genügend Pflegepersonal habe, um die wachsenden Anforderungen zu bewältigen. „Der OP-Saal ist der Motor eines Krankenhauses. Wenn dieser stottert, dann bedeutet das eine Gefährdung für die gesamte Einrichtung“, erklärt Busse in einer Mitteilung.

Patientensicherheit ist ein wichtiges Thema

Das Vertrauen in die eigene Qualität scheint zudem in einigen OP-Bereichen nicht besonders ausgeprägt zu sein. So würden sich nur etwa 62 Prozent der Befragten aus fachlicher Hinsicht selbst in ihrem OP operieren lassen. Auf der anderen Seite sagten 60 Prozent, dass die Hygienerichtlinien in ihrem OP-Saal streng eingehalten würden und 76 Prozent gaben an, die Patientensicherheit sei in ihrem OP* ein wichtiges Thema.

Prof. Thomas Busse ist Direktor des Zentrums für Gesundheitswirtschaft und -recht der Frankfurt UAS.

Manche Krankenhäuser haben diesbezüglich nachgebessert, wie ein Vergleich mit den Auswertungen der vergangenen Jahre zeigt: Sie haben Organisationsabläufe optimiert oder beispielsweise Hygienemängel beseitigt.

Auch beim Thema Sterilgutversorgung hat sich im Vergleich zu den Vorjahren etwas verbessert: Während im Jahr 2011 noch rund 44 Prozent der Befragten die Sterilgutversorgung als problematisch einschätzten, taten dies 2017 nur noch rund 34 Prozent.

„Hygiene im Krankenhaus ist ein sensibles Thema, deshalb wird in den OP-Bereichen verstärkt Wert darauf gelegt“, sagt Busse. „Zufrieden kann man allerdings erst sein, wenn die Hygienerichtlinien zu 100 Prozent streng eingehalten werden, gleiches gilt für das Thema Patientensicherheit.“



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