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Häusliche Pflege in Zeiten von COVID-19: So gelingt Wissenstransfer mittels digitaler Formate wie Podcasts

Pflegerin verbindet Mann zu Hause.

COVID-19 hat viele Patienten verunsichert. Kranke Menschen schirmen sich derzeit ab und vermeiden den Gang in eine Arztpraxis oder Klinik. Andere haben aus Sorge vor Infektionen Angst davor, Pflegepersonal in ihr eigenes Zuhause zu lassen. Wie medizinisches Personal in dieser Situation Patienten mit chronischen Wunden weiterhin unterstützen kann und wie Podcasts dabei helfen können, Patienten – aber auch Healthcare-Professionals – in stressigen Zeiten fit fürs Wundmanagement zu machen, erfahren Sie hier.

Die aktuelle Situation rund um die SARS-CoV-2-Pandemie betrifft sämtliche Lebensbereiche – auch solche, die auf den ersten Blick nicht allzu viel mit dem Corona-Infektionsgeschehen zu tun haben. Dennoch: Auch Patienten mit chronischen Wunden, die zuhause versorgt werden, haben weniger Kontakt zu Healthcare-Experten.

Das schränkt die Pflege ein, verlängert Verbandwechselintervalle und führt dazu, dass die Selbstversorgung ein Teil des Behandlungsplans des Patienten werden muss. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass Patienten ermöglicht wird, mehr Verantwortung zu übernehmen um ihre Gesundheitssituation zu verbessern. Für einen „kontaktlosen“ Wissenstransfer eignen sich beispielsweise Podcasts besonders gut, da in diesem Langstrecken-Format komplexe Themen Schritt-für-Schritt, in hohem Detailgrad, erklärt und verstanden werden können.

Podcasts: auch im Zuge der COVID-19-Pandemie wächst das Angebot stetig

Dieses hohe Potenzial spiegelt sich im Angebot wieder. Im Zuge der COVID-19 Pandemie aber auch davor, wuchs die Palette der Podcasts – auch zu Spezialthemen – rasant. Schon früh nach Einführung der Kontaktbeschränkungen verzeichneten die Podcast-Spezialisten der Plattform Podigee erhöhte Downloadzahlen sowie einen Anstieg neuer Podcast-Episoden in Deutschland. Die bevorzugten Themen sind dabei News und Wissenschaft.

Auch die europäische Dachgesellschaft für Wundversorgung stellt eine Wissensressource in Form eines englischsprachigen Podcasts für medizinisches Fachpersonal zur Verfügung. In den bisher sechs erschienenen Episoden geht es um unterschiedliche Aspekte der Wundversorgung – von der Beleuchtung bestimmter Indikationen wie dem diabetischen Fuß, über die Umsetzung von Weiterbildungsmaßnahmen in der eigenen Organisation bis zur Wundversorgung in Zeiten von COVID-19.1

Tipps für die Patienten selbst und für das häusliche Pflegepersonal

“Wound Care Essentials during COVID-19”2 richtet sich vor allem an diejenigen Healthcare-Experten, die nicht auf Wundversorgung spezialisiert sind. Gleich zu Beginn hat Julie Jordan O´Brien, Krankenschwester in der plastischen Chirurgie am Beaumont Hospital in Irland, einige praktische Tipps parat: Patienten, die sich selbst versorgen können oder wollen, sollten dennoch weiter betreut werden. Der Pflegedienst sollte für diese Patienten sicherstellen, dass sie über korrekte Händehygiene aufgeklärt sind und ausreichend Material zur Wundversorgung* vorhanden ist. Zudem sollte jede Selbstpflege dokumentiert sein und aus der Ferne überwacht werden. Für Notfälle sollte die Telefonnummer des nächsten Versorgungszentrums hinterlegt werden.

Wie sich Wunden möglichst schmerzfrei reinigen und korrekt versorgen lassen

Nekrotisches Gewebe, Hornhaut, Schorf oder anderes nicht lebensfähiges Gewebe müsste laut O’Brien regelmäßig aus der Wunde entfernt werden. Beim sogenannten Debridement sollte das medizinische Personal allerdings den Zustand der Patienten, das Erscheinungsbild der Wunde und ihr eigenes Können sorgfältig abwägen. Hydrogele oder Hydrokolloide* könnten zudem das abgestorbene Gewebe lockern und aufweichen – und erleichtern so ein möglichst schmerzfreies Debridement.

Ob nicht haftende einfache Verbände, saugfähige Schäume* oder antibakterielle Wundauflagen aus Silikon: Welcher Verband für welche Wunde am besten geeignet ist, sollte laut O´Brien sorgfältig überlegt sein und richte sich nach dem jeweiligen Behandlungsziel. Antibakterielle Verbände unter Kompression etwa ermöglichten Bakterien, Geruch und Exsudat zu reduzieren – und damit eine längere Tragedauer.

Wer noch mehr Tipps über den Podcast hinaus erhalten möchte, findet auf der englischsprachigen Lohmann & Rauscher Website hilfreiche Tipps und Schritt-für-Schritt-Videoerklärungen rund um das Thema Selbstpflege.3

Tipps zur Behandlung des Ulcus Curis venosum in deutscher Sprache erhält medizinisches Fachpersonal über den Download der Broschüre Ratgeber für die Kompressionstherapie bei Venenleiden.4

WEITERE INFORMATIONEN

  1. EWMA Podcasts – all episodes & notes, European Wound Management Association
  2. Wound Care Essentials during COVID-19, Podcast-Folge der European Wound Management Association
  3. Guidance for self-care at home, Lohmann & Rauscher
  4. Ratgeber für die Kompressionstherapie bei Venenleiden, Lohmann & Rauscher

*kommerzieller Produkthinweis

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