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Erfolgreiche Inaktivierung des SARS-CoV-2 durch alkoholische Händedesinfektionsmittel und Alkohole

Ein internationales Forscherteam veröffentlichte in einer Vorab-Publikation erstmals den Nachweis, dass zwei von der Weltgesundheitsbehörde (WHO) empfohlene alkoholische Händedesinfektionsmittel und auch die Wirkstoffe Ethanol und 2-Propanol allein gegen das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 wirken1. Damit schaffen die Experten weltweit Sicherheit für das Gesundheitswesen, denn ihre Experimente zeigen, dass alkoholische Händedesinfektion eine wirksame Infektionsschutzmaßnahmen gegen COVID-19 ist.

Die aktuelle SARS-CoV-2-Pandemie stellt eine enorme Herausforderung für das globale Gesundheitssystem dar. Effektive therapeutische Maßnahmen und Impfstoffe fehlen bislang, so dass der Infektionsprävention eine entscheidende Rolle zukommt. Alkoholische Händedesinfektion ist eine wichtige Präventivmaßnahme für medizinische Fachkräfte und ihre Wirksamkeit ist für das Eindämmen des Ausbruchgeschehens unverzichtbar.

Erhöhte Ansteckungsgefahr: Das neue Coronavirus breitet sich weltweit aus

Nach bisherigen Erkenntnissen scheint die Virulenz des Erregers – auch als Infektionskraft bekannt – sehr hoch zu sein: Virologen und die WHO gehen davon aus, dass SARS-CoV-2 – nach SARS-CoV und MERS-CoV – das dritte hoch pathogene Coronavirus ist, welches in den letzten 20 Jahren überhaupt in der Lage war, Menschen zu infizieren. Das Ergebnis ist die schnelle Ausbreitung des Erregers und eine hohe Anzahl von Infizierten. Aus diesem Grund unternehmen viele Länder bisher einzigartige Anstrengungen, um das Virus einzudämmen und Übertragungsketten zu unterbrechen. Deshalb müssen auch wirksame Händedesinfektionsmittel schnell und einfach verfügbar sein.

Coronavirus

So wirksam sind unterschiedliche Händedesinfektionsmittel

Für die vorliegende Studie untersuchte das Wissenschaftler-Team die Inaktivierung von SARS-CoV-2 innerhalb von 30 Sekunden – der Standardzeit der hygienischen Händedesinfektion – in einem Suspensionstest. Dafür mischten sie eine Virussuspension mit unterschiedlich konzentrierten Desinfektionsmitteln bzw. Einzelalkoholen. Im Anschluss bestimmten die Forscher in der Zellkultur die Anzahl der inaktivierten Viruszellen und darüber den jeweils erreichten Reduktionsfaktor der getesteten Rezepturen bzw. Alkoholkonzentrationen. In ihren Experimenten untersuchten die Wissenschaftler die Wirksamkeit folgender Rezepturen bzw. Wirkstoffe:

• Formulierung 1: 85 % Ethanol (v/v) mit 0,725 % Glycerol und 0,125 % Wasserstoffperoxid (jeweils v/v)
• Formulierung 2: 75 % Iso-Propanol (w/w) mit 0,725 % Glycerol und 0,125 % Wasserstoffperoxid (jeweils v/v)
• Ethanol in unterschiedlichen Konzentrationen
• 2-Propanol in unterschiedlichen Konzentrationen

Formulierungen 1 und 2, die von der WHO empfohlen werden, erzielten jeweils eine schnelle und starke Inaktivierung der Virus-Suspension: Die Ethanol-basierte Rezeptur war ab einer Einsatzkonzentration von 40 Prozent hochwirksam, die Propanol-basierte Rezeptur erzielte die Maximalreduktion der Viren bereits ab einer Einsatzkonzentration von 30 Prozent. Für die beiden einzeln getesteten Alkohole Ethanol und 2-Propanol ergab sich eine vergleichbar hohe Inaktivierung der Viren bei einer 30-prozentigen Konzentration. Damit konnten die Forscher zeigen, dass SARS-CoV-2 durch die getesteten alkoholischen Wirkstoffe leicht zu inaktivieren ist.

Übertragbarkeit und Anwendung der Ergebnisse

Die Autoren bewerten die Übertragbarkeit ihrer Ergebnisse auf andere alkoholische Händedesinfektionsmittel folgendermaßen: „…beide getesteten Alkohole Ethanol und 2-Propanol inaktivierten das Virus in 30 Sekunden und mit einer minimalen Endkonzentration von mindestens 30 Prozent. Alkohol stellt die Basis für viele Händedesinfektionsmittel dar, die im Gesundheitswesen routinemäßig eingesetzt werden. Deshalb sind unsere Ergebnisse von allergrößter Bedeutung in der aktuellen Ausbruchsituation, um die virale Übertragung zu minimieren und die Virusinaktivierung zu maximieren.“

Diese ersten experimentellen Ergebnisse stützen auch die Empfehlung u.a. des Robert-Koch-Instituts (RKI) und der WHO, mindestens begrenzt viruzide Händedesinfektionsmittel* zur Bekämpfung der COVID19-Pandemie einzusetzen. Die aktuelle wissenschaftliche Lage legt daher nahe, dass Händedesinfektionsmittel mit einer Wirksamkeit gegen behüllte Viren (Wirkspektrum begrenzt viruzid) innerhalb von 30 Sekunden ausreichend wirksam gegen SARS-CoV-2 sind.

Die Vorabpublikation finden Sie hier.

Weitere Informationen

  1. Kratzel, A. et al: Efficient inactivation of SARS-CoV-2 by WHO-recommended hand rub formulations and alcohols. bioRxiv preprint doi , 17. März 2020

*kommerzieller Produkthinweis

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