Streptokokken

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Was sind Streptokokken?

Zur Familie der Streptokokken zählen 13 Gattungen (darunter u.a. Gemella, Enterococcus, Lactococcus und Streptococcus). Die im medizinischen Bereich am weitesten verbreitete Streptokokkenart ist Streptococcus (S.) pyogenes, die als „Gruppe A-Streptokokken“ (GAS) bezeichnet wird.

Das fast ausschließliche humanpathogene Bakterium S. pyogenes kann eine Vielzahl an Krankheitsbildern auslösen, darunter lokale eitrige Infektionen der Haut oder des Rachens, immunologisch bedingte Folgeerkrankungen, generalisierte Krankheitsbilder und toxinvermittelte Erkrankungen wie Scharlach oder das Streptokokken-Toxic-Schock-Syndrom (STSS).

Wie werden Streptokokken übertragen?

Durch Streptokokken ausgelöste Rachenentzündungen übertragen sich in der Regel durch direkten bzw. indirekten Kontakt mit kontaminierten Personen oder Oberflächen, seltener durch Tröpfchen-Infektionen. Pyodermien (eitrige Entzündungen der Haut) entstehen erst durch direkten Hautkontakt. In sehr seltenen Fällen werden Streptokokken auch durch kontaminierte Lebensmittel oder Wasser übertragen.

Bei sehr engem Körperkontakt können auch Hunde und Katzen infiziert werden, auch wenn das übliche Reservoir für S. pyogenes der Mensch ist. Die Inkubationszeit beträgt 1 bis 3 Tage.

Wie äußert sich die Erkrankung?

Die Bakterien können Erkrankungen des Rachens, Haut-, Wund- und Weichgewebeinfektionen auslösen. Scharlach zählt zum Beispiel auch zu einer Streptokokken-Infektion, die sich als Angina (akute Rachenentzündung) bemerkbar macht. Infektionen, die durch Streptokokken ausgelöst werden, können unbehandelt zu rheumatischem Fieber (ARF), akuter Glomerulonephritis (AGN, eine Erkrankung der Glomeruli in den Nieren), neurologischen Auffälligkeiten (obsessive-compulsive disorder, OCD) bis hin zu Bewegungsstörungen (z.B. Athetosen oder Chorea) führen.

Patienten mit einer unbehandelten akuten Streptokokken-Infektion können bis zu drei Wochen ansteckend sein; bei eitrigen Ausscheidungen sogar noch länger. Wird ein Patient direkt mit einem Antibiotikum therapiert, ist eine Rachenentzündung bereits nach 24 Stunden nicht mehr ansteckend.

Bedeutung für Infektionen in Krankenhäusern und im ambulanten Bereich

S.pyogenes-Infektionen sollten schnellstmöglich richtig erkannt und umgehend antibiotisch therapiert werden, um die Ansteckungsgefahr zu reduzieren und um Folgeerkrankungen entgegenzuwirken. Das Auftreten von S.-pyogenes-Infektionen im Krankenhaus verpflichtet zu besonderen Hygienemaßnahmen. So ist eine Isolierung von Patienten vorzunehmen, des Weiteren sind die Maßnahmen der Basishygiene, u.a. Händedesinfektion und Desinfektion der patientennahen und häufigen Handkontakt-Flächen, umzusetzen. Es besteht in Deutschland bislang keine krankheits- oder erregerspezifische Meldepflicht. Sollten allerdings in einer Gemeinschaftseinrichtung Personen an S.pyogenes-Infektionen leiden, muss dies unverzüglich dem zuständigen Gesundheitsamt gemeldet werden.

Überlebensdauer der Erreger auf unbelebten Oberflächen

3 Tage bis 6,5 Monate.

Desinfektionsmittelwirksamkeit zur Prävention

Das benötigte Wirkspektrum gegen Streptokokken ist: bakterizid.

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