Orthopoxvirus simiae (Humaner Affenpockenvirus)

Humaner Affenpockenvirus
Orthopoxvirus simiae Humaner Affenpockenvirus

Was sind humane Affenpockenviren?

Affenpocken werden durch das Monkeypox-Virus (Orthopoxvirus simiae) hervorgerufen, welches zur Gattung der Orthopoxviren gehört (Pockenviren).

Wie werden humane Affenpocken übertragen? Affenpocken-Viren können durch Blut, den Kontakt mit infektiösen Körperflüssigkeiten und den Umgang mit infizierten Tieren (Eichhörnchen, Primaten und Nager) übertragen werden, z.B. bei einem Biss. Auch infiziertes Fleisch kann ursächlich sein. Die Übertragung von Mensch zu Mensch ist ebenfalls möglich, die Ansteckungswahrscheinlichkeit jedoch gering. Beide Geschlechter und alle Altersgruppen sind gleichermaßen anfällig. Zwar waren Jugendliche unter 16 Jahren bei den letzten Ausbrüchen im Kongo besonders disponiert, vermutlich ist dies aber auf eine fehlende Impfung gegen Pocken oder vermehrten Kontakt mit infizierten Tieren zurückzuführen.

Wie äußert sich die Erkrankung?

Die Inkubationszeit beträgt 7-21 Tage. Meist treten erste Symptome nach ca. 10-14 Tagen auf. Die Symptome sind ähnlich denen der Menschenpocken. Im präeruptiven Stadium setzt plötzliches Fieber ein, Kopf- sowie Rückenschmerzen, Husten, Unwohlsein, schwere Erschöpfung und manchmal Durchfall. Typischerweise sind die Lymphknoten angeschwollen. Im eruptiven Stadium tritt das typische Enanthem (Ausschlag) im Gesicht, an den Händen und Unterarmen auf und breitet sich aus. Rötungen, Bläschen, Pusteln und Krusten bilden sich binnen weniger Tage bei 80% der Patienten. 20% erleiden einen Hautausschlag mit unterschiedlichem Erscheinungsbild (polymorphes Exanthem). Beim Abheilen der Pocken trocknen diese, die Haut schuppt und es bilden sich Narben. Die Hautreaktionen sind bei gegen Pocken Geimpften schwächer. Typisch ist außerdem Fieber, das in der Regel zwischenzeitig absinkt, dann aber wieder ansteigt. Auch Geschwüre auf den Schleimhäuten oder in der Mundhöhle treten bei nicht-Geimpften häufiger auf, sowie Rachen- und Mandelentzündungen, Bindehautentzündungen, Lidödem und Läsionen im Genitalbereich. Es kann in seltenen Fällen zu Erblindung und entstellenden Narben kommen. Tödlich verlaufende Formen sind ebenfalls selten.

Bedeutung für Infektionen in Krankenhäusern und im ambulanten Bereich

Da auch eine Tröpfcheninfektion ursächlich sein kann, sollte behandelndes Personal erhöhte Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, z.B. Handschuhe, entsprechend DIN EN 420 (Schutzhandschuhe) und DIN EN 374 Teil 1), sowie Mundschutz, Brille, Schutzanzug sowie Überschuhe und eine Schutzbrille tragen. Ein Patient mit Affenpocken sollte in einem Zimmer versorgt werden, das mindestens den Standard eines Isolierzimmers nach KRINKO-Empfehlung aufweist, besser jedoch in einem Isolierzimmer mit Vorraum.

Ein besonderes Augenmerk ist darauf zu legen, dass die Krusten, auch wenn sie abgefallen sind, infektiös sind. Ebenso ist beschrieben, dass Übertragungen z.B. über Kleidung und Bettwäsche möglich ist, so dass die Schutzmaßnahmen bei Kontakt (Handschuhe, Händehygiene, Schutzkleidung) dringend beachtet werden müssen. Die Vakzinia-Impfung (reguläre Pockenimpfung) ist auch gegen Affenpocken wirksam, weswegen das Pflegepersonal dagegen geimpft sein sollte.

Überlebenszeit der Erreger auf unbelebten Oberflächen

Keine Angabe

Desinfektionsmittelwirksamkeit zur Prävention

Das benötigte Wirkspektrum gegen Affenpocken ist: begrenzt viruzid

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