Lassa-Virus

Lassa-Virus

Was ist das Lassa-Virus?

Das Lassa-Virus ist ein Virus aus der Familie der Arenaviridae. Es ist nach einer Stadt im Nordosten Nigerias benannt. Das Virus löst nach einer Infektion beim Menschen das Lassafieber aus.

Der einzige natürliche Wirt ist die Natal-Vielzitzenmaus, ein afrikanisches Nagetier, das zwar im gesamten Afrika unterhalb der Sahara vorkommt, jedoch nur in Westafrika mit dem Lassa-Virus infiziert ist. In einigen Dörfern Westafrikas tragen 50 bis 100% der Tiere das Virus in sich und stecken somit jährlich 100.000 bis 300.000 Menschen mit dem Lassa-Virus an.

Wie wird das Lassa Virus übertragen?

Infizierte Nagetiere scheiden den Erreger über Urin und andere Körpersekrete aus. Die Übertragung auf den Menschen findet in der Regel über kontaminierte Nahrungsmittel statt, u.a. durch den Verzehr der Nagetiere. Das Virus kann auch über verletzte Haut, Schleimhaut oder über die Atemwege in den Körper gelangen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist möglich. Ebenfalls kann das Virus durch sexuellen Kontakt und von einer schwangeren Frau auf ihr ungeborenes Kind übertragen werden. Die Inkubationszeit beträgt 3 bis 21 Tage.

Wie äußert sich die Erkrankung?

Nach der Infektion äußert sich die Erkrankung zunächst durch Fieber und grippeähnliche Symptome. Zu diesem Zeitpunkt ist eine Diagnose des Lassafiebers fast nicht möglich. Generell ähnelt das Krankheitsbild im schwächeren Verlauf stark anderen tropischen Infektionskrankheiten wie zum Beispiel Malaria.

Ein schwerer Verlauf der Krankheit kündigt sich durch z.B. Ödeme der Augenlider und des Gesichtes an, eine schmerzhafte Entzündung der Rachenschleimhaut, Blutungen der Schleimhaut und Flüssigkeitsansammlungen im Herzbeutel und im Brustkorb. Auch neurologische Symptome wie Konzentrationsstörungen, Sehstörungen und Taubheitsgefühle sind Anzeichen dafür, dass der Verlauf der Krankheit schwerer wird. Durch einen irreversiblen Schockzustand mit Organversagen tritt dann im Durchschnitt zwölf Tage nach Krankheitsbeginn der Tod ein. Ein bis zwei Prozent der Lassafieber-Patienten sterben an den Folgen der Krankheit.

In Deutschland gab es seit 1974 sechs importierte Krankheitsfälle, wobei sich erstmalig 2016 eine Person in Deutschland infizierte. Es handelte sich um einen Bestatter, der sich an einem verstorbenen Lassafieber-Patienten ansteckte. Einen Impfstoff gegen die Erkrankung gibt es bislang nicht.

Bedeutung für Infektionen in Krankenhäusern und im ambulanten Bereich

Für Erkrankte ist eine strikte Isolierung in spezialisierten Behandlungszentren notwendig, da es sich um eine Infektionserkrankung der Schutzstufe 4 handelt. In diesem Rahmen werden entsprechende Hygienemaßnahmen ergriffen und das Personal mit erweiterten persönlichen Schutzausrüstungen ausgestattet. Die Behandlung selbst ist in Deutschland nur in sieben entsprechenden Behandlungszentren vorgesehen, in denen sich das nötige Fachpersonal mit den spezifischen Kompetenzen befindet.

Dem Gesundheitsamt wird gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 1 IfSG der Krankheitsverdacht, die Erkrankung sowie der Tod an virusbedingtem hämorrhagischen Fieber sowie gemäß § 7 Abs. 1 IfSG der direkte oder indirekte Nachweis von Lassa-Viren, soweit er auf eine akute Infektion hinweist, namentlich gemeldet. Die Meldungen müssen dem Gesundheitsamt spätestens 24 Stunden nach erlangter Kenntnis vorliegen.

Desinfektionsmittelwirksamkeit zur Prävention

Das benötigte Wirkspektrum gegen Lassa-Viren ist: begrenzt viruzid.

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