Hepatitis-B-Virus

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Was ist das Hepatitis-B-Virus?

Hepatitis B ist ein kleines, umhülltes DNA-Virus aus der Familie der Hepadnaviridae. Entdeckt wurde das Virus 1970. Es hat ein Genom, das aus einer zirkulären, partiell doppelsträngigen DNA besteht. Hepatitis B gehört zu den häufigsten Infektionskrankheiten weltweit: Zwei Milliarden Menschen hatten bereits eine Infektion mit dem Hepatitis-B-Virus (HBV), und 240 Millionen Menschen leiden unter einer chronischen HBV-Infektion. Auch wenn Hepatitis B weltweit vorkommt, ist die Prävalenz in Sub-Sahara-Afrika und Ostasien am höchsten. Dort sind fünf bis zehn Prozent der Erwachsenen chronisch mit HBV infiziert. Obwohl es seit Anfang der 80er Jahre einen wirksamen Impfstoff gibt, infizieren sich jährlich viele Menschen mit Hepatitis B. Doch die Tendenz sinkt. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es 780.000 Todesfälle pro Jahr, die auf eine HBV-Infektion zurückzuführen sind.

Wie wird Hepatitis B übertragen?

Es gibt viele verschiedene Übertragungswege für Hepatitis-B-Viren: über Blut ebenso wie über Körperflüssigkeiten wie Speichel, Tränenflüssigkeit, Sperma und Vaginalsekret. Besonders häufige Ursache für eine Infektion ist ungeschützter Geschlechtsverkehr. Ebenfalls sehr hoch ist das Risiko für Personen, die Drogen injizieren und Spritzen- und Kanülen gemeinsam mit HBV-Infizierten benutzen. Aber auch eine unhygienische Blutzuckermessung, Tätowieren und Piercen sowie kleine Verletzungen oder Körperflüssigkeitsübertragungen mit infizierten Personen erhöhen das Risiko für eine Übertragung des Erregers. Auch bei der Geburt kann eine Mutter das Virus auf das Neugeborene übertragen – mit der überwiegenden Folge einer lebenslangen, chronischen HBV-Infektion.

Wie äußert sich die Erkrankung?

Eine Infektion mit Hepatitis-B-Viren kann sich ganz unterschiedlich zeigen. Wie stark die Krankheitssymptome jeweils ausfallen, hängt vom Immunsystem des Betroffenen ab. Bei Erwachsenen führt die HBV-Infektion in etwa 30 Prozent der Fälle zu einer ikterischen Hepatitis, also zu einer Hepatitis mit Gelbsucht. Bei weiteren 30 Prozent verläuft die Hepatitis ohne Gelbsucht. In den übrigen Fällen verläuft die Infektion ohne Symptome. In 0,5-1 Prozent der Fälle kann es zudem zu einer fulminanten Hepatitis mit akutem Leberversagen kommen.

Kommt es zu einer Hepatitis mit Symptomen beginnt diese in der Frühphase (Prodromalstadium) mit Erscheinungsformen wie Appetitlosigkeit, Gelenkschmerzen, Unwohlsein, Übelkeit, Erbrechen und Fieber. Kommt es zu einer ikterischen Hepatitis, beginnt diese drei bis zehn Tage nachdem die ersten Symptome eingesetzt haben. Den Höhepunkt erreicht die ikterische Phase nach ein bis zwei Wochen. Für diese Phase charakteristisch sind ein dunkel verfärbter Urin und Gelbsucht. Nach zwei bis vier Wochen blasst sie jedoch wieder ab. Bei Betroffenen im Kindesalter können zudem rötliche Papeln erscheinen, welche hauptsächlich im Gesicht auftreten. In 90 Prozent der Hepatitis-B-Erkrankungen bei Erwachsenen heilt die Erkrankung vollständig aus. Die Betroffenen sind lebenslang immun. In den anderen zehn Prozent kommt es jedoch zu einer chronischen Infektion. Hiervon spricht man, wenn ein Oberflächenprotein in der Virushülle des HBV länger als sechs Monate im Serum nachgewiesen werden kann. Häufig wurde die akute Erkrankung zuvor nicht erkannt. Die Wahrscheinlichkeit, chronisch an Hepatitis B zu erkranken, steigt zudem bei Säuglingen, die bereits bei der Geburt infiziert wurden (90 Prozent), bei Kindern unter drei Jahren oder bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem (30-90 Prozent).

Im Falle einer chronischen Hepatitis B kann es zu einer Leberzirrhose oder einem Leberzellkarzinom kommen. Wer bereits eine Leberzirrhose hat, hat zudem mit zwei bis sieben Prozent ein deutlich erhöhtes Risiko, ein Leberzellkarzinom zu entwickeln.

Bedeutung für Infektionen in Krankenhäusern und im ambulanten Bereich

Im Krankenhaus und im ambulanten Bereich sind die Maßnahmen der Basishygiene einzuhalten. Alle Tätigkeiten, die einen Kontakt mit Körperflüssigkeiten beinhalten, bedingen zusätzlich das Tragen von Schutzhandschuhen, sowie im Falle des Risikos von Tröpfchenübertragungen das Tragen von Schutzkittel, Mund-Nasenschutz und Schutzbrille. Der Nachweis von Hepatitis B ist in Deutschland, der Schweiz und in Österreich meldepflichtig.

Überlebenszeit der Erreger auf unbelebten Oberflächen

Mindestens eine Woche

Wirkspektrum des passenden Desinfektionsmittels

Das benötigte Wirkspektrum gegen das Hepatitis-B-Virus ist: Begrenzt viruzid

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