Acinetobacter baumannii

Acinetobacter baumannii
Acinetobacter baumannii

Was ist Acinetobacter baumannii?

Acinetobacter baumannii ist ein Gram-negatives Stäbchenbakterium und gehört zur Gruppe der 4MRGN-Erreger (multiresistente Gramnegative Bakterien). Diese relativ neue Generation von nosokomialen Erregern (Erreger, die Krankenhausinfektionen verursachen) weist gegen vier Gruppen der zur Verfügung stehenden Antibiotika (Penicilline, Cephalosporine, Fluorchinolone und Carbapeneme) Resistenzen auf und ist deshalb aktueller Gegenstand der Forschung. Acinetobacter baumannii ist weltweit nachgewiesen. Für gesunde Menschen ist das Bakterium meist ungefährlich. Bei abwehrgeschwächten Personen dagegen kann der Keim schwere Lungenentzündungen (Pneumonien), Wund- und Blutstrominfektionen mit tödlichen Verläufen verursachen. Auf Intensivstationen in Gebieten mit tropisch bis warm-trockenem Klima ist das Bakterium einer der relevantesten Erreger. In Europa sind die Bakterien der Acinetobacter spp als Erreger von nosokomialen Infektionen mit einer Prävalenz von 3,6 % vertreten, am häufigsten lösen sie eine Infektion der unteren Atemwege aus.

Wie wird Acinetobacter baumannii übertragen?

Das Bakterium überträgt sich durch direkten und indirekten Kontakt (Hände, medizinische Materialien oder Instrumente) und über kontaminiertes Wasser oder Lebensmittel. Möglich ist auch eine Ansteckung über die Raumluft. Der Keim ist gegenüber Umwelteinflüssen sehr unempfindlich. Daher können die Erreger lange infektiös bleiben – beispielsweise auf Tastaturen medizinischer Geräte, Stationstelefonen oder Lampen. Über die Infektionsgefahr außerhalb von Krankenhäusern und im tierischen Umfeld gibt es bisher keine gesicherten Informationen.

Wie äußert sich die Erkrankung?

Die Infektion mit dem Acinetobacter baumannii-Erreger führt zu Harn-, Wund- und Atemwegsinfektionen und schließt auch die nosokomiale Pneumonie und Sepsis mit ein. Hinzukommen können auch Weichteilinfektionen und Meningitis. Weltweit werden etwa 9 % aller bakteriellen Infektionen auf Intensivstationen mit Acinetobacter in Zusammenhang gebracht. In Asien und Osteuropa ist die Quote mit 17 bis 19 % am höchsten, in Westeuropa und Nordamerika mit 4 bis 6 % am niedrigsten.

Bedeutung für Infektionen in Krankenhäusern und im ambulanten Bereich

Acinetobacter baumannii hat sich in den vergangenen Jahren zu einem „Problem-Keim“ entwickelt. Besorgniserregend ist vor allem seine häufige Unempfindlichkeit gegen gängige Antibiotika. Da es gegen vier Antibiotikagruppen resistent ist, wird das Bakterium den 4MRGN (multiresistente Gramnegative Erreger) zugeordnet. Resistenzen gibt es gegen Acylureidopenicilline, Cephalosporine der dritten und vierten Generation, Fluorchinolone und Carbapeneme.

Überlebensdauer der Erreger auf unbelebten Oberflächen

3 Tage bis 5 Monate

Desinfektionsmittelwirksamkeit zur Prävention

Das benötigte Wirkspektrum gegen Acinetobacter baumannii ist: bakterizid

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