Tina Leeb

Prozessoptimierung und Lösungen

„Mikrobiologie und die Entwicklung von Medizinprodukten – das gehört zusammen“

Tina Leeb ist Expertin für Mikrobiologie. Als erfahrene Mikrobiologin forscht sie seit mittlerweile drei Jahren für Lohmann & Rauscher in der Produktentwicklung und baute das unternehmenseigene Kompetenzzentrum für Biofilm mit auf. Uns hat sie erklärt, was das Besondere am Biofilm ist, was Medizinprodukte mit Mikrobiologie zu tun haben und was sie an ihrer Forschung begeistert.

Sie sind als Mikrobiologin für einen Hersteller von Medizinprodukten tätig. Wie passt dieser Bereich der Naturwissenschaften mit der Entwicklung solcher Produkte zusammen?

Tina Leeb: Die Mikrobiologie spielt tatsächlich eine große und wichtige Rolle bei der Entwicklung und Herstellung von Medizinprodukten. Hierbei liegt der Fokus auf der Sicherstellung der bestmöglichen Patientenbehandlung durch selbstverständlich mikrobiologische Unversehrtheit und bestmögliches Material und Design der Produkte. Denn verteilen sich krankheitserregende Mikroorganismen über unsere Medizinprodukte, kommen wir unserem Ziel – Menschen zu helfen und gesund zu machen – nicht näher. Meine Aufgabe ist es also, Produkte so zu gestalten, dass weitere Infektionen vermieden werden können, z.B. durch eine antimikrobielle Ausrüstung.

Am österreichischen Lohmann & Rauscher Standort in Schönau an der Triesting steht Ihnen ein bestens ausgestattetes Mikrobiologie-Labor zur Verfügung. Dort forschen Sie vor allem mit Fokus auf Biofilm. Wie würden Sie Biofilm am besten beschreiben?

Leeb: Biofilm bezeichne ich immer gerne als einen Zusammenschluss von Mikroorganismen. Allerdings kann man Biofilm nur schwer allgemein definieren, da Biofilm nicht immer gleich aussieht oder sich gleich verhält. In einer chronischen Wunde beispielsweise handelt es sich bei Biofilm um viele kleine Aggregate, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind. Dafür ist ein mikroskopischer Nachweis nötig für den der Patient eine Biopsie ertragen müsste. Da diese kaum zumutbar ist, forschen wir weiter daran, Biofilm zu verstehen.

Ihr Labor gehört zu dem eigens gegründeten Kompetenzzentrum „Biofilm“ von Lohmann & Rauscher. Warum ist Forschung in diesem Bereich so wichtig?

Leeb: Es klafft leider immer noch eine große Lücke zwischen Forschung und Anwendung. Wir forschen deshalb aktuell vor allem daran, Methoden zu kreieren, die uns helfen, die tatsächliche Lage widerzuspiegeln. Problematisch ist, dass momentan nur in etwa ein Prozent aller Bakterien mit gängigen Methoden kultivierbar sind und Labormethoden Biofilmen in chronischen Wunden oft nicht entsprechen. Zudem sind oftmals Pilze und/oder Viren an der Biofilmbildung beteiligt, diese werden in der Forschung aber nach wie vor kaum berücksichtigt. Abgesehen davon unterscheidet sich der Biofilm von Wunde zu Wunde und von Mensch zu Mensch. Sie sehen: Das Forschungsgebiet ist also vielfältig und unendlich groß.

Ihre Arbeit ist sehr komplex und verantwortungsvoll. Was motiviert Sie, dieser Arbeit nachzugehen?

Leeb: Die größte Belohnung für meine Arbeit ist es zu sehen, wie die Medizinprodukte dem Menschen helfen, und zu erleben, wie schnell und wie leicht das Leben von Patienten damit verbessert werden kann. Auch wenn die Produkte simpel wirken mögen, haben sie oft einen großen Einfluss auf die Lebensqualität der Menschen. Das motiviert mich, jeden Tag weiter an Biofilm zu forschen und Produkte zu entwickeln, die die Behandlung von Wunden vereinfachen und die Wundheilung fördern.

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